Du wirst es vielleicht gemerkt haben – hier und auch auf allen meinen Social Media Kanälen war es in den letzten Wochen mehr als ruhig. Nenn es Sommerloch, Sommerpause oder wie auch immer – ich habe mir nicht einmal vorgenommen, tatsächlich eine Pause einzulegen, es ist einfach irgendwie passiert. Rückblickend betrachtet war es eine gute Idee. Denn anstatt mich um das Befüllen und Durchscrollen meiner Social Media-Kanäle zu kümmern, habe ich mir ein paar Gedanken über eben diese gemacht…

Gerade wenn man Social Media privat gerne nutzt und noch dazu als wesentlichen Teil seiner Marketing-Strategie verwendet, kommt es ganz schnell mal zu Überforderung – man hat das Gefühl, ständig online sein zu müssen, sich zu vernetzen, auszutauschen, am Ball bleiben, bloß nicht zu verpassen, [you name it]… Die Grenze zwischen „Arbeit“ und „Freizeit“ ist ja sowieso oft eher fließend, wie soll man sich denn da überhaupt vor einem Overload schützen?

Social Media Detox ist gerade für viele die Lösung und vielleicht kurzzeitig auch gar nicht schlecht um mal wieder runterzukommen. Langfristig macht der Wechsel zwischen Reizüberflutung und totaler Abstinenz eher wenig Sinn – seine grundlegende Social Media-Nutzung zu überdenken dafür umso mehr. Ich habe also meine kleine Auszeit genutzt, um einfach mal darüber nachzudenken, wie ich das Thema Social Media in Zukunft für mich angehen möchte.

Was also tun, wenn man sich überfordert fühlt und nicht weiß, wie man aus dieser Spirale wieder herauskommen soll?

Schritt 1: Bestandsaufnahme

 

Wie und wann nutzt du Social Media?

Im ersten Schritt geht es darum, deine eigene Nutzung zu analysieren. Mach dir mal bewusst, wie viel Zeit du tatsächlich täglich online verbringst. Oft passiert das nämlich schon total automatisiert und ohne groß darüber nachzudenken. Die meisten greifen wohl in den folgenden Situationen zu den gängigen Apps:

  • Langeweile (warten auf die Bahn, in der Bahn, in der Schlange im Supermarkt,…)
  • Prokrastination (erst mal kurz Facebook checken, DANN fang ich aber an – wer kennt es nicht?)
  • Gewohnheit (morgens direkt nach dem Aufwachen, aber auch nebenher beim Film schauen etc.)

Um deine tatsächliche Nutzung zu analysieren helfen Tools wie RescueTime, die im Hintergrund laufen und dir eine genaue Aufschlüsselung bieten, wie viel Zeit am Computer du womit verbringst.

Was genau stresst dich an Social Media?

Vielleicht ist es die viele Zeit, die du in den sozialen Netzwerken verbringst oder die Inhalte, die du dort täglich siehst: hast du das Gefühl deine Zeit damit zu verschwenden oder dadurch zu wenig Zeit für die wirklich wichtige Dinge zu haben? Oder stört dich einfach der Automatismus, der sich so über die Zeit eingeschlichen hat?

Schritt 2: Nutzung überdenken

 

Willst du Social Media überhaupt nutzen?

Ja, Social Media ist optional. Niemand zwingt dich dazu es zu nutzen, weder privat noch für dein Blog oder Business. Und vor allem sagt niemand, dass du auf jedem Netzwerk aktiv sein musst. Denn: Wenn es mehr eine lästige Aufgabe als Spaß ist, solltest du überlegen ob es vielleicht besser ist, es einfach sein zu lassen. Frage dich, ob du überhaupt Social Media nutzen willst. Kannst du das mit einem Ja beantworten, kommen wir zur nächsten Frage:

Welche Ziele verfolgst du?

Mach dir darüber Gedanken, wofür du welches Netzwerk nutzt (privat, aber auch mit deinem Business oder Blog) und welche Ziele du damit verfolgst.

Jedes Netzwerk hat seinen Nutzen und ist anders und vielleicht ist es gar nicht nötig, dass du alle verwendest. Welche für dich wichtig sind, ist von zwei Faktoren abhängig: einmal vom Content den du produzieren kannst und willst und zum anderen davon, wo sich deine Zielgruppe aufhält. Es macht wenig Sinn Instagram zu nutzen, wenn du nicht gerne Fotos machst. Genauso wenig macht es Sinn Twitter zu nutzen, wenn sich deine Zielgruppe dort gar nicht aufhält. Vielleicht kannst du nach diesen Überlegungen das ein oder andere Netzwerk von deiner Liste streichen?

Auch für die private Nutzung lassen sich Ziele definieren. Überlege dir, warum du eigentlich bei jedem Netzwerk angemeldet bist. Kommunizierst du dort mit deinen Freunden? Lässt du dich inspirieren? Oder vernetzt du dich dort und machst neue Bekanntschaften? Frage dich bei jedem Netzwerk, was es der Nutzen ist und ob es dir gut tut, so viel Zeit dort zu verbringen.

Entscheide, was du sehen willst

Du hast selbst in der Hand was du siehst! Oft bemerken wir gar nicht, dass wir uns Situationen aussetzen, die uns nicht gut tun oder sogar negative Gefühle hinterlassen. Dabei ist doch das Schöne an Social Media, dass wir ganz alleine bestimmen dürfen, was wir sehen wollen. Entfolge allen Accounts, deren Content du eigentlich nicht sehen möchtest oder stelle zumindest ein, dass dir ihre Beiträge nicht mehr angezeigt werden. Stell dir deinen Feed so zusammen, dass er dir Freude bereitet und dich inspiriert. Und minimiere die grundsätzliche Anzahl an Accounts, wenn du das Gefühl hast, dass dir die Masse an Aktualisierungen einfach zu viel ist.

Schritt 3: neue Gewohnheiten entwickeln

 

Konsumiere weniger & bewusster

Der einfachste Weg eine Stressquelle auszumerzen ist natürlich, sie zu vermeiden. Also weg vom unkontrollierten Social Media-Konsum, hin zu mehr Bewusstsein. Das erreichst du zum Beispiel, indem du die meist standardmäßig eingestellten Benachrichtigungen ausstellt, den jede einzelne sorgt für Ablenkung von deiner eigentlichen Aufgabe. Oder dein Handy in den Flugmodus versetzt, wenn du dich wirklich konzentrieren möchtest und nicht zwingend erreichbar sein musst. Setze dir feste Zeiten, in denen du dann auch ohne schlechtes Gewissen durch deine Feeds scrollen kannst, aber lege das Handy danach auch wirklich wieder weg. Es hilft auch, das Handy ans andere Ende des Raumes zu legen, du wirst dir mehrmals überlegen, ob es wert ist dafür aufzustehen. Oder bau dir andere kleine Hürden ein, die dich vom unkontrollierten Konsum abhalten: du kannst dich z.B. jedes Mal ausloggen, bevor du den Tab im Browser schließt oder alle Social Media-Apps vom Handy löschen. Dir jedes mal den Grund vor Augen halten, warum du das Netzwerk jetzt aufrufen willst ist ebenso eine gute Taktik. Unterwegs könntest du dein Handy einfach mal wieder gut wegpacken, anstatt immer griffbereit in der Jacken- oder Hosentasche bei dir zu tragen. Und wenn das alles nicht hilft gibt es ja auch noch externe Hilfe in Form von Browser-Erweiterungen (hier z.B. für Google Chrome), die dir den Zugriff für einen festgelegten Zeitraum verweigern.

Gute Planung ist alles

Wenn du Social Media als Teil deines Marketings nutzen willst, ist es sinnvoll dir Gedanken um eine gute Strategie zu machen. Überlege dir, was du auf welchen Netzwerken posten möchtest und wie oft du etwas veröffenlichen willst. Es ist effektiver, sich einmal in der Woche hinzusetzen und den Content für die gesamte Woche zu planen, als sich jeden Tag erneut in das Thema reindenken zu müssen. Das heißt nicht, dass dieser Plan dann fix sein muss und du keinen Spielraum mehr für spontane Ideen hast, aber ein Grundgerüst nimmt dir erstmal den Druck, jeden Tag gute Ideen für dein Social Media Marketing aufbringen zu müssen. Wiederkehrende Formate, die du jede Woche am gleichen Wochentag postest, lassen sich super vorbereiten. Eine weitere Frage ist, ob du automatisiert posten möchtest. Tools wie zum Beispiel Buffer und Hootsuite ermöglichen es dir, deine Postings in einem Rutsch für mehrere Netzwerke einzustellen und zu terminieren, die Veröffentlichung übernimmt dann der Dienst – allerdings sehen deine Follower auch, dass sie über einen Drittanbieter automatisiert gepostet wurden. Du kannst sie aber auch einmal vorschreiben und dann mit Copy & Paste jeden Tag manuell posten. Egal welche Tipps du anwendest, die Grundidee ist wohl klar geworden: sich einmal dransetzen und Content zu erstellen nimmt dir einiges an Stress und lässt dir mehr Raum, um dich um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern!

Und jetzt bist du dran: Wie sind eine Erfahrungen? Was für Tipps hast du für einen entspannteren Umgang mit Social Media?